Sozialwissenschaftliche Fakultät
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Summer School 2020 - CARE

5. – 8. Oktober 2020

Soziale, politische und mediale Bedingtheit von Sorge zwischen Arbeit, Liebe und Ausbeutung

Unter dem Begriff „Care“ wird die Gesamtheit der gesellschaftlich und individuell notwendigen Formen von Fürsorge und Pflege verstanden – im Kern die Hinwendung zu den Bedürfnissen des Lebendigen. Dazu gehören Tätigkeiten, die zur Wiederherstellung von Gesundheit, Arbeitskraft oder Leistungsfähigkeit notwendig sind, aber auch vielfache Formen des Sich-Kümmerns, die darüber hinaus gehen. Care kann ebenso privat (Hausarbeit, Self Care) wie öffentlich organisiert (Kita, Mensa an der Uni) sein sowie bezahlt oder unbezahlt verrichtet werden. So oder so: Care ist (lebens-)notwendig. Care ist mitunter empirisch stark vergeschlechtlicht (weiblich konnotiert). Mit neuen Erwerbsarbeitsmustern, vielfältigeren Familienformen und veränderten Leitbildern von Mutter- und Vaterschaft ändert sich dies jedoch derzeit. Viele Formen der (Für-)Sorge werden zunehmend professionalisiert. Auch der tiefgreifende soziale Wandel von der Industriegesellschaft hin zur globalisierten und beschleunigten Dienstleistungs- und Wissensökonomie verändert die Organisation von Care nachhaltig. Dabei spielt auch Migration eine wichtige Rolle: Transregionale und transnationale Care-Chains sind wesentlicher Teil der Globalisierungsdynamik.

In diesem Sinne stellt Care für die heutigen Gesellschaften eine vielfache Herausforderung und Aufgabe dar: Wie wird Care gesellschaftlich organisiert? Wie wird Care politisch reguliert? Wie wird Care medial verhandelt und vermittelt? Wer leistet in welchen Bereichen welche Care- Arbeit, welche Tätigkeiten? Wie wird diese anerkannt, (nicht) vergütet? Wie hängen Care, Migration, Arbeitsmarkt und weitere Aspekte zusammen? Mit welchen Methoden wird Care deskriptiv erfasst und qualitativ interpretiert? Ist Care Bestandteil der Theoriebildung sozialwissenschaftlicher Disziplinen und Teil ihrer empirischen Forschung? Nicht zuletzt: welche Menschenbilder und welche Ideen vom ‚guten Leben‘ (und Sterben) bilden die normative Textur von Care und ihre politischen Regulierungen? Wie wird dies in den Medien verhandelt – und welche neuen Chancen und Herausforderungen bietet Digitalisierung für Care? Funktioniert Care auch digital vermittelt?

Summer School 2020 - CARE

Konzept und Programm

Diese Fragen, Perspektiven und Ansätze sollen während der Summer School der Fakultät gemeinsam diskutiert und beleuchtet werden. In je disziplineigenen Blockseminaren (Kommunikations-, Politikwissenschaft, Soziologie) werden Grundlagen geschaffen und vertieft diskutiert. Gemeinsame Runden mit allen Studierenden sowie Impulsvorträge von Expert*innen aus Praxisfeldern bieten Austausch und Einblicke in praktische Fragen innerhalb der Anwendungsgebiete. Ein Eröffnungsvortrag, Abendvortrag sowie eine Podiumsdiskussion rahmen das Programm mit Perspektiven aus der aktuellen Forschung. Die Summer School bietet nicht nur die Gelegenheit, sich vertieft mit unterschiedlichsten Aspekten zu „Care“ sowohl aus sozialwissenschaftlicher als auch praxisbezogener Perspektive zu beschäftigen; auch der interdisziplinäre Austausch wird durch das gemeinsame Programm eingeübt und gefördert.

Die Teilnahme der Summer School wird für das Wintersemester 2020/2021 angerechnet (Modulzuordnungen s. unten). Die Teilnahme an allen Programmpunkten vom 05.-08.10.2020 (Blockseminarsitzungen inkl. Vorbereitungs­treffen, Vorträgen, Podiumsdiskussion) ist obligatorisch. Das Programm dauert täglich etwa von 10-18 Uhr.

Je nach Situation der CoVID19-Pandemie werden die Programmpunkte online durchgeführt. Sobald wir nähere Infos haben, werden diese hier veröffentlicht.

Eröffnungsvortrag: Prof. Dr. Paula-Irene Villa Braslavsky & Prof. Dr. Stephan Lessenich (beide LMU München)

Abendvortrag: Prof. Dr. Lena Hipp (WZB Berlin)

Weitere Infos und Details zum Programm folgen an dieser Stelle.

Anmeldung

Die Anmeldung zu den Blockseminaren aller Fächer erfolgt bis 30.06.2020 per E-Mail an die jeweiligen Dozierenden des Seminars je nach Fach:

Bitte geben Sie für die erfolgreiche Anmeldung in Ihrer E-Mail folgende Auskünfte:

  • Studiengang (Haupt- und Nebenfach)
  • Fachsemester
  • Immatrikulationsnummer

Ansprechpartnerin für die Organisation der Summer School ist Jana Fritsche, M.A. (Institut für Soziologie).

Die Blockseminare

→ Zu den ausführlichen Seminarbeschreibungen (PDF)

Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft (GSI)
Care meets Politikwissenschaft: Politische Bedingtheit von Sorge im 21. Jahrhundert

Dr. Eva-Maria Euchner & Olivia Mettang, M.A.

Ort: Oettingenstraße 67, Raum 057
Zielgruppe: Bachelor & Master Politikwissenschaft
Modulzuordnung: BA WP 7; MA PO alt Wahlpflichtmodule WP8/9, MA PO neu Wahlpflichtmodul 6 Public Policy
Leistungsnachweis: je nach Modul
Kurssprache: Deutsch
Vorbesprechung: Ort und Termin werden noch bekannt gegeben (Pflichttermin)

Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung (IfKW)
Communicative Care: Digitale Fürsorge im Internet

Dr. Manuel Menke

Ort: Oettingenstraße 67, Raum 027
Zielgruppe: Bachelor Haupt- und Nebenfach
Modulzuordnung: 20599 Digitale Medien im BA HF & 21299 Digitale Medien im BA NF
Kurssprache: Deutsch
Vorbesprechung: Ort und Termin werden noch bekannt gegeben (Pflichttermin)

Institut für Soziologie (IfS)
(Sich) Sorgen: Die gesellschaftlichen Bedingungen der Möglichkeit und Notwendigkeit von Care

Jana Fritsche, M.A.

Ort: Oettingenstraße 67, Raum 061
Zielgruppe: Haupt- und Nebenfach Bachelor Soziologie, Lehramt Sozialkunde
Modulzuordnung: Seminar Soziologische Vertiefung II (vorgezogen für BA Hauptfach im 4./5. FS, regulär für BA Nebenfach im 5. FS), Seminar Wahlpflichtmodul Soziale Institutionen/Wandel/Unterschiede (Lehramt Sozialkunde, Alter BA), auch Master Seminar (nachfragen)
Leistungsnachweis: je nach Modul
Kurssprache: Deutsch
Vorbesprechung: Ort und Termin werden noch bekannt gegeben (Pflichttermin)

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